Laufschrift

Das Forum für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck wurde im Jahr 2007 gegründet und ist eine außerhalb der Verwaltung der Hansestadt Lübeck geführte Interessenvertretung.
Das Forum vertritt die Belange der Einwohnerinnen und Einwohner der Hansestadt Lübeck mit Migrationshintergrund.
Das Forum ist unabhängig, überparteilich und überkonfessionell, tritt für Völkerverständigung und ein friedliches Zusammenleben aller in Lübeck lebender Menschen ein und verpflichtet sich der Gleichberechtigung der Geschlechter und der Kulturen. mehr lesen

 

 

 

Corona: Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Bereits im Frühjahr 2020 hat sich der Vorstand des Forums dem Thema Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, insbesondere in Hinblick auf die Corona-Pandemie, gewidmet.

Um die Interessen dieser Schüler:innen in den Fokus zu rücken, hat sich der Vorstand mit einem Schreiben an die Landesregierung SH gewandt. Das Schreiben findet sich hier.

Trotz der wohlwollenden Aufnahme durch die Landesregierung und deren bedeutsame Bemühungen, hat sich der Vorstand entschieden, das Thema erneut anzusprechen und Bedenken zu konkretisieren.

Im Folgenden das Schreiben im Wortlaut:

 

Sehr geehrter Staatssekretär, lieber Herr Geerdts,

wir freuen uns sehr, dass Sie unser Schreiben vom 18.05.2020, mit den von uns dargestellten Anliegen in Bezug auf Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, entsprechend weitergeleitet haben.

Wir wissen die bedeutsamen Bemühungen der Landesregierung zu schätzen. Dennoch beschäftigen uns, auch unter Berücksichtigung des Antwortschreibens des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur, weiterhin einige Themen, die wir im Folgenden ansprechen wollen. Hierfür haben wir uns, neben der internen Beratung, auch mit Lehrkräften und Sozialpädagog:innen in der Hansestadt Lübeck ausgetauscht sowie den "Lern-Sommer" und den Start des neuen Schuljahres beobachtet.

1) Der Fokus auf geflüchtete Kinder, Jugendliche und Familien ist gut und wichtig, jedoch eingeschränkt. In der Hansestadt Lübeck gibt es ca. 54.000 Menschen mit Migrationshintergrund, wovon lediglich rund 4.500 Menschen einen Fluchthintergrund haben. Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund (ohne Fluchthintergrund, EU-Zuwanderung o.ä.) besuchen in der Regel keine DaZ-Klassen, so dass diese nicht in den Genuss der, im Antwortschreiben geschilderten, besonderen Betreuung kamen.

2) In Familien mit Migrationshintergrund sind die Verhältnisse, betreffend der Unterstützung und Förderung von Kindern, häufig leider ähnlich denen einheimischer, bildungsferner Familien. Dies zeigt zum einen unsere Erfahrung in der Hansestadt Lübeck und wird zum anderen durch Studien belegt. Weiterhin kommt hinzu, dass die Deutschkenntnisse vieler Elternteile nicht ausreichen, um ihre Kinder, insbesondere im Homeschooling, zu unterstützen.

3) Eltern von Kindern bzw. Jugendlichen mit Migrationshintergrund sind darüber hinaus, analog der Eltern mit Fluchthintergrund, oft nicht mit dem deutschen Schulsystem vertraut und agieren, in der Regel, auf Basis eigener Erfahrungen bzw. eigener Sozialisation im Heimatland.

 4) Der "Lern-Sommer" war ein gutes Instrument, welches, u.a. bedingt durch oben geschilderte Punkte, zum Großteil aber nur Kinder bzw. Jugendliche höherer sozialer Schichten, die bildungsnah und häufig einheimisch sind, erreicht hat. Hier ist vermutlich der klassische Ferieneffekt zum Tragen gekommen.

5) Die Lehrer:innen in den Schulen sind hochgradig belastet und ausgelastet, viele Stellen sind nicht besetzt und die Schulleitungen kämpfen bereits mit der Bewerkstelligung des "normalen" Schulbetriebs.

Unsere geschilderten Sorgen aus unserem Schreiben vom 18.05.2020 möchten wir an dieser Stelle nicht erneut wiederholen. Wir sehen Möglichkeiten der substanziellen Unterstützung der Schüler:innen, insbesondere

1) in der Begleitung im Unterricht und beim Lernen. Nicht durch Lehrer:innen, sondern durch entsprechende sozialpädagogische Fachkräfte, die beim Lernen unterstützen und die Entwicklung der Kinder bzw. Jugendlichen fördern.

2) Eine weitere Chance sehen wir darin, dass Studierende des Lehramtes oder der Sozialpädagogik Schüler:innen in Workshops / Seminaren diverse Kompetenzen, wie z.B. Lern- und Selbstorganisationsstrategien, beibringen.

Diese Maßnahmen könnten nicht nur die, durch die Corona-Pandemie zusätzlich entstandenen, fachlichen Schwächen und Lücken der Schüler:innen ausgleichen, sondern auch Fähigkeiten schaffen, welche die oft überforderten Eltern den Kindern nicht selbst vermitteln können. Damit würden die Kinder weitere Qualifikationen erlangen, sozial gefestigt werden und ihren Beitrag für unsere Gesellschaft in den nächsten Jahren leisten können. Realisierbar wären die Maßnahmen vor Ort, in schulischen Räumlichkeiten, welche, gemäß den uns erreichten Informationen, in den Nachmittagsstunden verfügbar sind.

Wir begrüßen, unter Berücksichtigung o.g. Ausführungen, dass Schulen, in dem uns derzeit treffenden zweiten "Lockdown", weiterhin geöffnet sind. Dennoch möchten wir, in Befürchtung einer möglicherweise noch eintreffenden Schließung von Schulen, darauf aufmerksam machen, dass in anderen Bundesländern (mehrsprachige) telefonische Beratungsstellen, für Eltern von Schüler:innen mit Migrations- bzw. Fluchthintergrund, eingerichtet wurden. Dem Antwortschreiben des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur, vom 06.07.2020, haben wir nicht entnehmen können, dass es eine derartige unterstützende Maßnahme in Schleswig-Holstein für diesen Fall gibt.

Wir möchten darum bitten, dass Sie entsprechende Bedenken noch einmal mit Nachdruck an Ihre Kolleginnen und Kollegen im Kabinett weitergeben. In unseren Augen stellen der erlittene Bildungsrückschlag sowie die weiteren psychischen Auswirkungen der Corona-Pandemie gravierende Einschnitte mit nachhaltigen Folgen dar, sofern hier nicht entsprechend reagiert wird. Die entstandenen Defizite können nicht nebenbei, im regulären Unterricht, auffangen werden. Abschließend möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass besonders in Familien mit Fluchtgeschichte, oft sehr dramatische Erfahrung bzw. Traumata existieren, welche das Familienleben und somit die Schüler:innen zusätzlich belasten.

Wie üblich, werden dieses Schreiben und unsere Bemühungen den Forumsmitgliedern zugänglich machen.

Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für Ihre Gesundheit

 

 

Stellungnahme des Forums für Migrant:innen zu den Terroranschlägen in Frankreich und Österreich im Okt./Nov. 2020

 

Der Vorstand des Forums für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck ist, angesichts dieser schrecklichen Taten, erschüttert. Auch wenn seit dieser barbarischen Terroranschläge teilweise schon einige Tage vergangen sind, ist es dem Vorstand ein großes Anliegen, sein Mitgefühl den Opfern und Angehörigen auszusprechen.

Wir leben in freien, demokratischen sowie pluralistischen Gesellschaften, in denen keinerlei Extremismus und keinerlei terroristische Angriffe zu akzeptieren sind! Egal wie diese begründet werden, egal ob sie religiös, politisch oder anderweitig motiviert sind! "Explizit in Bezug auf diese terroristischen Taten, möchten wir deutlich zu verstehen geben: Terror ist Terror, Terror hat per se keine Religion, Terror hat per se keine Nationalität!" so Aydin Candan, 2. stellv. Vorsitzender des Forums. "Diese Taten sind für die sehr große Mehrheit von religiösen Menschen - oder Menschen gleicher Nationalität - nicht akzeptabel und nicht hinnehmbar!" Derartige terroristische Angriffe beabsichtigen - und bewirken leider oft auch - eine Spaltung der Gesellschaft sowie die weitere Eskalation von Gewalt auf allen Seiten. Hierfür dürfen wir keinen Nährboden geben! In Zeiten des Entsetzens und der Trauer müssen wir mehr denn je Brücken bauen und zusammenhalten.

Unser Land hat einen langen Prozess erlebt, an dessen Ende im Grundgesetz die Unantastbarkeit der Würde jedes einzelnen Menschen festgeschrieben wurde. "Wir finden, dass das Grundgesetz in Deutschland eine gute Basis für ein friedliches, tolerantes und vielseitiges Miteinander ist. Gleiches gilt in Ländern wie Frankreich und Österreich." so Spyridon Aslanidis, Vorstandsvorsitzender des Forums. "

In unserer Stadt leben alle Lübecker:innen, unter ihnen ca. 54.000 Menschen mit Migrationshintergrund aus 164 Ländern und ca. 14.000 Muslime, friedlich zusammen. Auch in Zukunft wollen wir in unserer vielfältigen Stadt in Frieden und Freiheit miteinander leben!" sagt Aydin Candan. "Taten aus Hass sind nicht zu akzeptieren, egal aus welcher Ecke diese kommen. Ob Extremismus und Terror religiös oder nicht religiös motiviert sind, ob offene oder versteckte gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit an den Tag tritt - um mit Antisemitismus oder Rassismus nur zwei Facetten zu nennen - die Zeiten des Schweigens sind vorbei! Alle Bürger:innen haben in ihrem Rahmen dagegen aktiv zu werden!" so abschließend Spyridon Aslanidis. "Die physische Entfernung spielt dabei keine Rolle, diese Taten geschehen in unserem Haus".

Ähnlich motivierte Anschläge, wie kürzlich an einer Schule sowie an der Universität in Kabul, entsetzen uns gleichermaßen, auch wenn wir uns in unseren Ausführungen auf einen europäischen Kontext beschränken. Opfer sind Opfer, egal welcher Herkunft, die wir nie vergessen dürfen! Wir sind in Gedanken bei eben diesen und deren Angehörigen! Wir halten in diesen Stunden zusammen!

 

 

Pressemitteilung vom 30.09.2020: Sommeraktion "5.000 Postkarten gegen Rassismus" führte das Forum zum Günter-Grass-Haus und zum Willy-Brandt-Haus

 

Der Vorstand des Forums für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck hat mit den jeweiligen VertreterInnen der beiden Lübecker Museen sehr gute und konstruktive Gespräche geführt. Nach einem Austausch über die Geschichte der Museen bzw. des Forums und die jeweiligen Aktivitäten, hat man sich sehr schnell verständigt, dass man gemeinsam Aktionen und Veranstaltungen angehen möchte. Von allen Seiten besteht zudem der Wunsch nach einer langfristig angelegten Kooperation. Bezüglich der geplanten Aktionen und Veranstaltungen, wird man die ersten Ideen in nächster Zeit konkreter ausarbeiten und eine Planung für das kommende Jahr erstellen.

Die Mitglieder des Vorstands sind von beiden Institutionen begeistert: "Wir bedanken uns ausdrücklich herzlich bei der Leitung beider Häuser! Wir freuen uns sehr auf die zukünftige Zusammenarbeit! so Spyridon Aslanidis, Vorstandsvorsitzender des Forums, und Parva Soudikani, stellv. Vorsitzende des Forums. "Wir erhoffen uns, durch die angedachten Formate, u.a. Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen und gegenseitiges Verständnis zu fördern! Besonders die jüngsten Ereignisse zeigen uns wieder, dass es ausgesprochen wichtig ist, sich zusammen zu tun, um sich für ein friedliches Miteinander und die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzusetzen!"  

Im Rahmen der Sommeraktion des Forums gegen Rassismus, hat der Vorstand vor, ebenfalls das Lübecker Theater, die LTM, die Polizei und Bundespolizei sowie Lübecker Schulen zu aufzusuchen. " Wir wollen uns über die Thematik auszutauschen und mögliche Schnittmengen mit unseren Arbeitsschwerpunkten festhalten", ergänzt Aydin Candan, 2. Stellv. Vorsitzender des Forums, zuständig für Antirassismus, Flüchtlinge und Kultur.

 

 

Pressemitteilung vom 15.09.2020: Für die Demokratie einsetzen

Am 15. September ist der 'Internationale Tag der Demokratie'. Im Jahr 2007 bestimmte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 15. September als Internationalen Tag der Demokratie. Das Forum für Migranten nimmt den Tag zum Anlass, auf die Bedeutung der Demokratie hinzuweisen.

Typische Merkmale der Demokratie sind unter andrem das Mehrheitsprinzip, die Respektierung einer politischeren Opposition, Verfassungsmäßigkeit sowie Schutz der Grundrechte und Achtung der Menschenrechte.

"Dank der Demokratie genießen wir ein Ausmaß an Freiheit und Gerechtigkeit, welches uns bisher kein anderes Staatssystem bieten konnte. Umso wichtiger ist es, sich an diesem Tag ins Gedächtnis zu rufen, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist. Deutschland musste im letzten Jahrhundert zwei Diktaturen überstehen - die Aufarbeitung dieser Vergangenheit dauert bis heute an", so das Forum.

"Für Menschen auf der ganzen Welt ist ein Leben in einem Land mit freiheitlich-demokratischer Grundordnung ein Traum. Wir leben diesen Traum tagtäglich! Das dürfen wir nie vergessen!", sagt Parva Soudikani, erste stellvertretende Vorstandsvorsitze des Forums für Migranten. "Ein Blick über Grenzen hinweg zeigt, dass es noch viele Diktaturen und autokratische Regime auf der Welt gibt, in denen keine freie Meinungsäußerung möglich ist, es keine freien Wahlen gibt, Bürger systematisch unterdrückt werden und Menschenrechte missachtet werden.

"Demokratie ist ein politisches System, bei dem das Volk eine wesentliche, bestimmende Funktion einnimmt. Demokratie muss lebendig bleiben und auch verteidigt werden. Wir müssen uns für unsere Demokratie einsetzen. Das gilt für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, das gilt für die Zivilgesellschaft als auch für die Organe des Staates, wie die Polizei und den Verfassungsschutz", so Spyridon Aslanidis, Vorstandsvorsitzender des Forums. "Gerade die Geschichten von Geflüchteten, die das Forum als Interessenvertretung erreichen, sowie deren Dankbarkeit für ein sicheres, gerechtes Leben, dienen als regelmäßige Erinnerung daran."

"Wir, rund 54.000 Menschen mit Migrationshintergrund aus 164 Ländern in Lübeck, schätzen die Demokratie in Deutschland - wir wissen, was wir haben. Das Grundgesetz ist die Basis für ein friedliches und respektvolles Miteinander", so Aslanidis. https://www.hl-live.de/text.php?id=140482   

 

 

Stellungnahme des Forums für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck zum Urteil über den ehemaligen KZ-Wachmann Bruno D. vom 23.07.2020

Wir sehen es als äußerst wichtig an, dass es zum Gerichtsverfahren gegen Bruno D. gekommen ist - auch wenn dies viel zu spät erfolgte! Erst 75 Jahre nach Ende der NS-Diktatur wurde dem ehemaligen KZ-Wachmann der Prozess gemacht.

"Auch wenn Bruno D. vor Gericht um Entschuldigung bat und angab nicht freiwillig KZ-Wachmann geworden zu sein, ist er doch in der NS-Zeit aufgewachsen und wurde, wenn ggf. auch unfreiwillig, mit diesem schrecklichen Weltbild geprägt. Dass er dieses, unter Umständen, 75 Jahre lang weitergeben konnte, ohne seine Verfehlungen verbüßt zu haben, ist falsch." sagt Dalila Mecker, Vorstandsmitglied des Forums und zuständig für Familie und Soziales.

Dennoch ist es von großer Bedeutung, dass Bruno D. nun zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden ist, auch wenn jemand in diesem hohen Alter sehr wahrscheinlich nie ins Gefängnis gehen wird.

"Wir dürfen nie vergessen, welche Grausamkeiten Menschen anderen Menschen angetan haben", so Spyridon Aslanidis, Vorstandsvorsitzender des Forums. "Die KZ-Vernichtungslager sind in der deutschen Geschichte nicht weg zu radieren, sie sind eine Mahnung für uns alle - für die nächste Generation!"

Aydin Candan, stellvertretender Vorsitzender des Forums und u.a. zuständig für Antirassismus ergänzt: "So etwas darf in Deutschland in keiner Art und Weise wieder geschehen! Gerade in Zeiten, in denen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit - ein Kernelement rechtsextremer Einstellung - wieder zunimmt, müssen wir daran denken, dass es nicht wieder zu solchen Verhältnissen kommen darf!". Zusammen mit der Urteilsverkündung fand in dieser Woche das 70-jährige-Jubiläum des Zentralrats der Juden sowie die Wiedereröffnung der Carlebach Synagoge in Lübeck statt. "Zu beiden Ereignissen möchten wir unseren jüdischen Freundinnen und Freunden herzlich gratulieren. Das Leid, welches die Juden in der NS-Diktatur erleben mussten, teilen und bedauern wir zutiefst!"

Der Vorstand des Forums ist überzeugt, dass das deutsche Grundgesetz für uns alle die Basis des friedlichen Zusammenleben darstellt. "Wer sich gegen das Grundgesetz stellt, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, ist Feind einer freien, offenen und toleranten Gesellschaft" so abschließend Spyridon Aslanidis.   

 

 

Glückwünsche zum 70-jährigen Bestehen des Zentralrats der Juden in Deutschland

Im Folgenden zu lesender Brief, an der Zentralrat der Juden in Deutschland, im Wortlaut:

 

Sehr geehrter Herr Dr. Schuster,

wir möchten Ihnen herzlich zum 70-jährigen Bestehen des Zentralrats der Juden in Deutschland gratulieren.

Das Judentum ist Teil der deutschen Gesellschaft - daher begrüßen wir es sehr, dass der Zentralrat, als Interessenvertretung der Jüdischen Gemeinschaft in Deutschland, existiert. Auch wir, das Forum für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck, fungieren als Interessensvertretung. Auf kommunaler Ebene vertreten wir die Interessen von Menschen mit Migrationshintergrund und berufen uns dabei regelmäßig, genau wie Sie, auf das Grundgesetz, welches die Grundlage für ein tolerantes und friedliches Zusammenleben gewährleistet.

In diesem Sinne und als Reaktion auf die zunehmenden schrecklichen - sowie häufig rechtsextremen - Vorfälle, sei es in Halle, Hanau, Kassel oder weltweit, haben wir die Aktion "5000 Postkarten gegen Rassismus" ins Leben gerufen. Im Stadtgebiet und landesweit (Schleswig-Holstein) liegen Karten aus und werden unsererseits versandt. Alle EmpfängerInnen möchten wir motivieren, den Erhalt der Postkarte in sozialen Medien zu posten und gegebenenfalls ein eigenes Statement hinzuzufügen. Auch Ihnen fügen wir gerne Postkarten bei. Mehr zu der Aktion finden Sie auf unserer Website www.forum-hl.de.

Zusätzlich möchten wir Ihnen in den nächsten Wochen noch eine Aufmerksamkeit zukommen lassen. Diese wird Sie mit separater Post erreichen.

In Ihrer Arbeit wünschen wir Ihnen weiterhin viel Erfolg!  

 

 

Sommer-Aktion: 5.000 Postkarten gegen Rassismus

Das "Forum für MigrantInnen in der Hansestadt Lübeck" setzt den Beschluss seines Vorstands um, gegen Rassismus dauerhaft anzugehen und startete bereits vergangene Woche seine Sommer-Aktion: 5.000 Postkarten gegen Rassismus werden verschickt und verteilt, bis hin zur Landesregierung.

Als offizieller Start der Aktion wurde die Sitzung der Bürgerschaft, am 25. Juni, gewählt. Der Vorstand des Forums hat sich bei der Stadtpräsidentin, Frau Gabriele Schopenhauer, für den Einsatz der Bürgerschaft gegen Rassismus bedankt und dem Bürgermeister, Herrn Jan Lindenau, zur erfolgreichen Bewerbung zum Beitritt in die Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus e.V. gratuliert.

 "Wir halten den Beitritt für einen sehr wichtigen Schritt der Hansestadt Lübeck, um systematisch und koordiniert gegen Rassismus und Diskriminierung - in allen Facetten - in Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung zu agieren. Wir alle müssen gegen diesen "Eisberg" vorgehen. Unser Dank gilt der bunten Lübecker Politik, die den Beitritt im Januar 2020 beschlossen hat sowie Bürgermeister Jan Lindenau und seiner Verwaltung für die zügige Umsetzung des Beschlusses und die professionelle Vorbereitung der entsprechenden Bewerbung", so Spyridon Aslanidis, Vorstandsvorsitzender des Forums. Ihnen wurden sowohl Postkarten für jede Fraktion und die SenatorInnen als auch zweifach das Motiv der Aktionskarten als Kunstplakat überreicht.

"Da das Forum derzeit, auch aufgrund des Vorfalls in Minneapolis, verschiedene Antirassismus-Aktionen durchführt, haben wir diese direkt mit dem Beitritt zur Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus e.V. verbunden", erläutert Dalila Mecker, Vorstandsmitglied des Forums und zuständig für Familie und Soziales. Das überreichte Kunstplakat "Solidarity for Minneapolis (2020)", welches derzeit im Postkartenformat im Stadtgebiet ausliegt und landesweit versandt wird, ist von den Ereignissen in Minnepolis beziehungsweise USA inspiriert. Es wurde als Original dem Minneapolis-Bürgermeister Jacob Frey mit einem entsprechenden Brief der Solidarität zugeschickt.

"Wir sind sicher, dass das Kunstplakat unseren Bürgermeister stetig an die Bedeutung des Themas für ein friedliches Zusammenleben erinnern wird. Wir setzen große Hoffnungen in ihn, dass insbesondere für das Thema Alltagsrassismus auch in städtischen Strukturen sensibilisiert wird", sagt Aydin Candan, zweite stellv. Vorsitzender des Forums und zuständig für Antirassismus, Flüchtlinge und Kultur.

"Wir stellen 5.000 Postkarten zur Verfügung. Diese können mit einer Briefmarke per Post verschickt werden. Alle EmpfängerInnen möchten wir motivieren, den Erhalt der Postkarte in sozialen Medien zu posten und gegebenenfalls ein eigenes Statement hinzuzufügen", so der Forumsvorstand, "wir werden uns unter anderem auch direkt an Unternehmen, Mitglieder der Charta der Vielfalt, an die Schulen in Lübeck, an das Willy-Brandt-Haus, LTM sowie das Theater Lübeck wenden, um uns bei der Aktion entsprechend zu unterstützen. Wir sind offen für Kooperationen. Gemeinsam schaffen wir es."

 

 

Solidarity for Minneapolis!

Im Folgenden zu lesender Brief ist ein erster Teil von vielen derzeit geplanten Aktionen des Forums gegen Rassismus.

Der Brief ging an den Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, und soll ihm, den Angehörigen von George Floyd und allein EinwohnerInnen von Minneapolis, ein Zeichen der Solidarität in diesen schweren Zeiten sein.

Begleitend wurde Bürgermeister Frey ein Bild mit dem Titel "Solidarity for Minneapolis" zugesandt. 

Das Forum ruft gleichsam zur friedlichen Teilnahme an der morgigen Demonstration 'Black Lives Matter' am Konrad-Adenauer-Platz auf!

 

Sehr geehrter, lieber Bürgermeister Frey,

fassungslos sehen wir hier täglich die Bilder und erfahren von den Ereignissen in den USA! Am Tag der Beerdigung von George Floyd hat unser Vorstand des Forums für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck (Deutschland) (1) seine Monatssitzung gehabt.

Wir haben einen Beschluss gefasst und möchten hiermit unsere Solidarität an Sie, stellvertretend für die Stadt und die EinwohnerInnen von Minnepolis, aussprechen. 

Leider erleben wir auch in Deutschland Rassismus und Diskriminierung, wie wir auch bei einem Round-Table-Talk, mit Lübeck besuchenden U.S. Fellows of the Marshall Fund (unter anderem mit Orlando Bailey), schilderten.  Rassismus und Diskriminierung ist wie ein gefährlicher Eisberg in der Gesellschaft, im Leben: wir sehen nur die Spitze! 

Als Forum arbeiten wir sehr eng und gut sowohl mit unserem Bürgermeister als auch mit unserem Senator für Soziales und Wirtschaft zusammen, weswegen wir auch sehr gut nachvollziehen können, wie schwierig und enttäuschend die Situation für Sie sein muss (als auch für den Gouverneur von Minnesota).  

Wir können es nicht nachvollziehen, dass Menschen anderen Menschen Leid antun, sogar töten, einfach nur weil sie eine andere Hautfarbe haben! Wir finden, dass dies weder mit dem Christentum noch mit andern Religionen vereinbar ist.  

Unser Stadtmotto ist: „Condordia Domi Foris Pax„ („Eintracht Drinnen, Frieden Draußen„).  So  finden wir, dass Pflicht der politischen Führung ist, die Gesellschaft zusammenführen, zusammenzuhalten, das friedliche Miteinander zu fördern, auf die Grundrechte zu achten und die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu garantieren. Dazu zählt auch die Führung von Organen des Staates (wie die Polizei). 

Und, was machen wir, als Teil der Zivilgesellschaft? Nach dem Axiom: „Ask not what your country can do for you, ask what you can do for your country” haben wir am 9. Juni 2020 beschlossen,

  • zur friedlichen Demonstration gegen „Rassismus und Hass“ am kommenden Samstag in der Nähe des Hauptbahnhofes Lübeck aufzurufen,
  • die Bewerbung der Hansestadt Lübeck um die Mitgliedschaft in der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus „European Coalition of Cities against Racism“ zu unterstützen,
  • eine Aktion mit 5.000 Postkarten „gegen Rassismus, für ein friedliches Miteinander“ zu starten,
  • sowie eine Konferenz mit unserer Vize-Landtagspräsidentin zum Thema „mit Respekt, gegen Rassismus“ zu veranstalten. 

Wir würden Sie gerne auch hier in Lübeck begrüßen, z.B. finden jährlich im März die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ (mit Kulturveranstaltungen und Diskussionen) in Lübeck statt. Dies wäre eine gute Gelegenheit uns zu besuchen, falls Sie es einrichten können.

Eine weitere Idee wäre, einen Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern, Studentinnen und Studenten oder Künstlerinnen und Künstlern einzurichten. Wir würden uns bemühen, hierfür die notwendigen Ressourcen zu organisieren.

Erlauben Sie uns, anstatt Blumen zur Trauerfeier ein digital entworfenes Kunstplakat (Vice Versa Graffito) (2) zu übersenden. Es „spricht“ über die Explosion von Wut, über Hilflosigkeit und Brüche im Leben, über die Spuren des Blutes und des Leides, über die nicht erfüllten Träume. Wir würden uns freuen, wenn Sie es als ein Zeichen der Solidarität und des Zusammenhaltens betrachten würden.

Wie man erfährt, Sie sind ein guter Mensch. Es muss auch für sie schwierig sein, Teile des Systems gegen sich zu haben. Aufgeben ist aber keine Option – das habe ich als Basketballspieler im Kindesalter gelernt! Wir allen müssen uns weiter für die gute Sache einsetzen. Bildung und Kultur sind der Weg!

Wenn Sie können, bitte überreichen Sie unsere solidarischen Grüße auch den Gov. Timothy James  Walz and  Lt.Gov. Peggy Flanagan.

…So, let us be united active against the devaluing of Black lives, against Racism and Discrimination!

United for a better World!

Der Vorstand des Forums

Spyridon Aslanidis, Vorstandsvorsitzender des Forums, Zuständig für Wirtschaft & Arbeitsmarkt

Parva Soudikani, Stellvertretende Vorsitzende des Forums, Zuständig für MigrantInnenselbstorganisationen und Demokratie  

Aydin Candan, 2. stellv. Vorsitzender des Forums, Zuständig für Flüchtlinge, Antirassismus und Kultur  

Dalila Mecker, Vorstandsmitglied, Zuständig für Familie und Soziales

Narmin Mohammad, Vorstandsmitglied, Zuständig für Jugend und Bildung

     

Notes:   

(1) Das Forum ist eine NGO, es vertritt die Interessen der Menschen (BürgerInnen) mit Migrationshintergrund: das sind ungefähr 54.000 Menschen aus 164 Ländern der Welt in der Stadt Lübeck (ca. 220.000 Einw. Bevölkerung).    

(2) „Kunstplakat“. Vice Versa (digital) Graffito ist eine eigene entwickelte Kunsttechnik. Dieses Bild wirkt besser im Großen oder als eine LED-Licht Konstruktion. „Leonidas El Greco“ ist der Künstlername von Spyridon Aslanidis.

 

 

 

Zukunftsdialog des Forums für Migrantinnen und Migranten

 

 

 

Europatag 2019 - Podiumsdiskussion

 

 

 

Wahlaufruf Europa 2019! (von Ministerpräsident Daniel Günther)

Sehr geehrte Lübeckerinnen, sehr geehrte Lübecker,

am 26. Mai wählen die Menschen in der Europäischen Union ein neues Europaparlament. Dabei entscheidet sich auch, wer neuer Kommissionspräsident wird und in welche Richtung sich unser Europa in den kommenden Jahren entwickelt. Nicht immer haben die Europawahlen in der Vergangenheit die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdient hatten. Ich bin der festen Überzeugung, dass das dieses Jahr anders sein wird. Die Diskussion um den Brexit hat uns allen aufgezeigt, wie wichtig Europa für uns ist und wie wir in unserem täglichen Leben von Europa profitieren.

Dabei profitieren wir nicht nur durch die längste Friedensepoche unseres Kontinents, sondern auch durch die Freizügigkeit des gemeinsamen Binnenmarktes, dem damit einhergehenden Wohlstand und durch die Förderprogramme der EU von einer verlässlichen europäischen Zusammenarbeit. Nicht zuletzt sind unsere hohen Standards bei der Lebensmittelversorgung, des Umwelt- und Klimaschutzes und die Projekte zur Entwicklung im ländlichen Raum der Gemeinsamen Agrarpolitik zu verdanken.

Zu lange haben wir diese Vorteile Europas und unsere Werte wie Rechtstaatlichkeit, Toleranz und Gerechtigkeit in Frieden und Wohlstand für selbstverständlich gehalten. Bei der Europawahl kommt es jetzt jedoch darauf an, dass wir gemeinsam kämpfen und diese Werte und Errungenschaften gegen europafeindliche Kräfte verteidigen.

Mit Ihrer Stimme haben Sie am 26. Mai die Möglichkeit, über die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments mitzuentscheiden. Als einzige EU-Institution vertritt das Parlament die Bürgerinnen und Bürger Europas direkt und bestimmt in fast allen Politikbereichen über die Vorschriften mit, die in der EU und ihren Mitgliedstaaten gelten.

Daher rufe ich Sie recht herzlich auf: Gehen Sie am 26. Mai wählen und stärken Sie mir Ihrer Stimme unser Europa!

Mit besten Grüßen

Ihr Daniel Günther

 

 

Deutscher Diversity Tag 2019

Das Forum für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck und das Haus der Kulturen sind auch bei diesjährigen 7. Deutschen Diversity-Tag dabei!

Zusammen wollen sie die Öffentlichkeit für die Thematik "Integration, Vielfalt, Teilhabe" sensibilisieren.
Unsere Gesellschaft verändert sich, damit auch die Kundschaft, die Belegschaft und die Geschäftsführung von Betrieben.

Bei einem Get-Togehter wird sich mit Lübecker Unternehmen, die die Charta der Vielfalt unterzeichnet haben, ausgetauscht. Interessierte sind herzlich willkommen!

Termin: 28.05.2019
Ort: Parade 12, 23552 Lübeck
Zeit: 18:00 - 20:30

 

Vorab findet eine Impulsveranstaltung zum 7. Deutschen Diversity Tag 2019 statt, zu welcher das Forum ebenfalls herzlich einlädt.

Termin: 23.05.2019
Ort: Korvettenstr. 64a, 23558 Lübeck
Zeit: 16:30 - 19:00

Im Rahmen dieser interaktiven Veranstaltung werden wir uns mit gesellschaftlicher Vielfalt als Ressource und Herausforderung zugleich beschäftigen. Wir setzten dabei den Fokus auf Migration. Beleuchtet werden aktuelle Migrationsbewegungen, die Funktionsweise von Stereotypen und Vorurteilen, die unser Denken beeinflussen sowie Diskriminierungsmechanismen. Anschließend werden wir über die Zusammenarbeit in heterogenen Teams und Selbstreflexion diskutieren.

Zu beiden Veranstaltungen wird um Anmeldung gebeten unter: forum.integration@luebeck.de

 

 

21. März 2019 'Internationaler Tag gegen Rassismus'

Im Jahr 1966 erklärten die Vereinten Nationen den 21. März zum Internationalen Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung, im Gedenken an 69 Menschen, die sechs Jahre zuvor in Sharpeville in Südafrika während einer friedlichen Protestdemonstration gegen das System der Apartheid getötet worden waren.

"In den letzten Jahren wurde die Rassendiskriminierung durch politische Bewegungen und Parteien, welche versuchen Hass und Intoleranz gesellschaftsfähig zu machen, noch weiterverbreitet." so Aydin Candan Vorstandsmitglied des Forums für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck. "Trotz internationalen Verträgen und Gesetzen, welche Rassendiskriminierung ausdrücklich verbieten, erfahren Menschen Rassismus in ihrem Alltag", hält Sonja Klüver,  Vorstandsmitglied, fest.

Das Forum als die Vertretung von ca. 57.000 Menschen mit Migrationshintergrund in Lübeck stellt sich gegen jegliche Form der Diskriminierung! Anstelle von Ausgrenzung sollte es unser aller Ziel sein, eine inklusive und vielfältige Gesellschaft zu fördern. Das Potenzial, welches hinter einer solchen bunten Gesellschaft steht, darf nicht unterschätzt werden. „Toleranz, Inklusion, Einigkeit und Respekt für die Vielfalt hilft gegen Rassendiskriminierung . Daher zum Beispiel veranstalten wir auch dieses Jahr den Diversity Tag 2019 in Lübeck“, betont Spyridon Aslanidis, Vorsitzender des Forums.

 

 

20. Februar 2019 'Welttag der sozialen Gerechtigkeit'

Am 20. Februar 2007 wurde von den UN der Welttag der sozialen Gerechtigkeit ausgerufen. Dieser Tag wurde eingeführt, um auf die Ungerechtigkeiten dieser Welt hinzuweisen. Armut und Hunger sind in zu vielen Teilen unserer Welt eine Realität unter der die Menschen leiden müssen. "Unabhängig davon, welcher Ethnie man zugehörig ist oder man sich zugehörig fühlt, in welchem Land man geboren wurde oder in welchem man lebt, soziale Gerechtigkeit ist ein Thema, das auch global zu betrachten ist und uns alle betrifft", so Vorstandsmitglied Sonja Klüver. 

Dieser Tag ist dazu da, um auf Missstände in der eigenen Gesellschaft hinzuweisen, über diese zu informieren und schlussendlich zu versuchen, diese Ungerechtigkeiten zu beseitigen oder zumindest zu verringern.  "Wir vom Forum glauben, dass die soziale Gerechtigkeit für unsere Demokratieförderung eine wichtige Stütze ist", so Vorstandsmitglied Rafael Jancen.

 

 

18.Dezember 2018 'Internationaler Tag der Migranten'

Die UN-Vollversammlung nahm die Internationale Konvention zum Schutz der Rechte aller Migrantinnen und Migranten und ihrer Familienangehörigen am 18. Dezember 1990 an. Diese Konvention soll als internationaler Standard für die Regierungen dienen, um ihre gesetzlichen Schutzmechanismen zu prüfen. Die UNO hat im Dezember 2000 diesen Tag ausgerufen.

Migration gibt es schon, seit es Menschen gibt. Durch Katastrophen, Klimaveränderungen, Kriege, autoritäre Regime oder wachsende Ungerechtigkeiten werden Menschen seit tausenden von Jahren aus ihrer Heimat vertrieben. Sie verändern ihren Lebensmittelpunkt und nehmen oft, aus nicht unerheblichen Gründen, tausende von Kilometern auf sich.

„Nicht durch Abschottung und Ablehnung reagieren wir auf Menschen in Not, sondern durch Offenheit und Verständnis“, so Sonja Klüver vom Forumsvorstand und zuständig für die Schwerpunkte: Migrantenselbstorganisationen & Demokratie. „Unser Forum tritt für Demokratie, Vielfalt und Chancengerechtigkeit sowie ein friedliches Zusammenleben aller in Lübeck lebenden Menschen ein“.

In seiner gesellschaftlichen und politischen Mitwirkung ist das Forum unabhängig, überparteilich und überkonfessionell. Es setzt sich für die Interessen von Einwohnerinnen und Einwohnern Lübecks mit Migrationsgeschichte ein. „Das sind ca. 50.000 Menschen. Sie kommen aus 164 Ländern der Welt, ob Thailand, Südkorea, Iran, Griechenland, Schweiz, Polen, Lettland, Eritrea, Ghana, Angola, Chile, Panama, USA, Schweden oder Finnland“, hält Spyridon Aslanidis, Vorsitzender des Vorstands, fest. „Der internationale Tag der Migranten soll uns daran erinnern, dass wir die Herausforderungen, vor die uns Migration stellt, in Solidarität und Zusammenarbeit meistern können und den Menschen mit ihren Talenten hier eine Chance geben.“

 

 

10. Dezember 2018 'Tag der Menschenrechte'

Genau vor 70 Jahren hat die UN in der Universal Declaration of Human Rights die Menschenrechte definiert, welche von dem Moment an für jeden Menschen in dieser Welt galten. „An diesem Tag ist es unser aller Aufgabe uns selbst, aber auch unseren Mitmenschen ins Gedächtnis zu rufen, dass, egal wo man herkommt, wie man aussieht oder wen man liebt, wir alle die gleichen grundlegenden Rechte haben, die uns als Menschen ausmachen“, hält Sonja Klüver vom Forumsvorstand und zuständig für die Schwerpunkte: Migrantenselbstorganisationen & Demokratie, fest.
Das Forum ist unabhängig, überparteilich, überkonfessionell. Es verpflichtet sich u.a. der Gleichberechtigung der Kulturen und der Geschlechter. „Das Forum tritt für Völkerverständigung und für ein friedliches Zusammenleben aller in Lübeck lebenden Menschen ein“, so Spyridon Aslanidis, Vorsitzender des Vorstands. „Wir sind gegen Gewalt und Hass, dafür stehen wir für Frieden und Menschenrechte!“

 

 

5. Dezember 2018 'Internationaler Tag des Ehrenamts'

Der Vorstand des Forums bedankt sich zum Internationalen Tag des Ehrenamtes bei allen Ehrenamtlichen, die sich für Integration, Teilhabe und Vielfalt in unserer Stadt einsetzen.

Das Forum für Migrantinnen und Migranten vertritt die Interessen von EinwohnerInnen der Hansestadt Lübeck mit Migrationshintergrund. Das sind ca. 50.000 Menschen mit Herkunft aus 164 Ländern. Es agiert auf Stadt- und Landesebene. Es tritt in Zeiten von zunehmender Diskriminierung, Hetze und Menschenfeindlichkeit für Demokratie, Vielfalt und Chancengerechtigkeit sowie ein friedliches Zusammenleben aller in Lübeck lebenden Menschen ein.

Durch den ehrenamtlichen Einsatz von Vielen ist all dies überhaupt möglich. „Leider hat auch das Ehrenamt seine praktischen Grenzen, ohne die Bereitstellung von entsprechenden Ressourcen kann es nicht funktionieren. Wir haben zzt. eine halbe Verwaltungskraft, welche die gesamte Geschäftsstelle betreiben muss“, betont Spyridon Aslanidis, Vorsitzender des Vorstands, „wenn wir bestimmte Ziele erreichen wollen, muss man auch entsprechend investieren und auch die hauptamtliche Tätigkeit stärken".

Im Forum beteiligen sich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Lübecker MigrantInnenselbstorganisationen, MitarbeiterInnen der Migrationsfachdienste, der Verwaltung, der Gewerkschaften sowie KommunalpolitikerInnen und themeninteressierte Menschen aus der Hansestadt Lübeck. Der Vorstand begrüßt, dass die Hansestadt Lübeck in Zusammenarbeit mit ePunkt e.V. und dem Haus der Kulturen am heutigen Tag einen Festakt im Audienzsaal des Lübecker Rathauses zur Anerkennung und Wertschätzung für engagierte BürgerInnen in der Flüchtlingsarbeit veranstaltet. Sie haben großartiges geleistet!

 

Seit vergangener Woche läuft unsere Aktion "Wir halten zusammen für unsere Einheit!"_Es ist Zeit Farbe zu bekennen!. Kurz gesagt sammeln wir bis 03. Oktober 2018 Unterschriften in der Hansestadt Lübeck. Unterschriften von Menschen, die sich für Vielfalt und gegen Rassismus aussprechen. Unterschriften von Menschen mit und ohne Mitgrationshintergrund, die in einer friedlichen Gesellschaft leben möchten. Unterschriften von allen, die mit der derzeitigen Entwicklung in unserem Land nicht zufrieden sind.

 

Am  29.09.2018 um 10 Uhr treffen wir uns vor dem Rathaus mit der „Freien Ziege Lübeck“, die unsere Aktion unterstützt!

 

Neben den vielen MigrantInnenselbstorganisationen, die, bei sich in den Vereinen, die Listen auslegen, unterstützt uns das Theater Lübeck mit einer Auslage der Unterschriftenliste zu den Wochenendveranstaltungen. Weiterhin kann man die Liste hier (mit Klick auf die Überschrift) runterladen uns selbst sammeln. Die Listen sind bis spätestens 02. Oktober 2018, 11:00 Uhr, an Forum.integration@luebeck.de zu senden. Oder persönlich am 03. Oktober 2018 vorbei zu bringen!

 

Eine abschließende öffentliche Sammelaktion wird am Tag der deutschen Einheit vor dem Rathaus stattfinden. Bereits um  09:30 Uhr, am 03. Oktober 2018, werden wir die Unterschriftenlisten persönlich an unseren Bürgermeister, Jan Lindenau, übergeben. Jeder ist herzlich zu einem Solidaritätsfoto eingeladen!

 

 

Vielfalt gewinnt! Aber wie? - Sensibilisierung & Diskussion

Das Forum für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck lädt am Dienstag, 25. September 2018, von 15.30 bis 18 Uhr zum Thema „Vielfalt gewinnt! Aber wie?“ ein. Veranstaltungsort ist das Verwaltungszentrum Mühlentor (VZM), Kronsforder Allee 2-6, Haus Trave, 7. Stock, Großer Sitzungssaal oder Seminarraum dahinter.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wird sich mit gesellschaftlicher Vielfalt als Ressource und Herausforderung zugleich beschäftigt. Der Fokus wird dabei auf Migration gesetzt. Beleuchtet werden aktuelle Migrationsbewegungen, die Funktionsweise von Stereotypen und Vorurteilen, die das Denken beeinflussen, sowie Diskriminierungsmechanismen. Anschließend wird über die Zusammenarbeit in heterogenen Teams und Selbstreflexion diskutiert.
 
Wir bitten um Anmeldung unter forum.integration@luebeck.de Die Veranstaltung ist kostenlos.

 

 

Positionen der Partizipationsgremien SH zum geplanten Integrations- und Teilhabegesetz SH

Die Partizipationsgremien der Migrantinnen und Migranten Schleswig-Holsteins übergaben am Dienstagabend, 19. Juni 2018, ihre Positionen zum geplanten Integrations- und Teilhabegesetz an Staatssekretär Torsten Geerdts. Teilhabe leben und die Belange der migrantischen Bevölkerung in Schleswig-Holstein nicht der Politik allein zu überlassen, ist Ziel der Partizipationsgremien. Sie formulieren in ihrem Papier klare Erwartungen an das neue Gesetz, das im Jahr 2020 in Kraft treten soll.

„Wer, wenn nicht wir?“, war eine der ersten Fragen, die sich die Vorsitzenden der kommunalpolitischen Gremien für Migranten stellten, als sie im Juli 2017 gemeinsam von den Plänen zu einem Integrationsgesetz der Landesregierung hörten. Auch Staatssekretär Torsten Geerdts, damals frisch im Amt, lud bei der zehnjährigen Jubiläumsfeier des Lübecker Forums im Sommer 2017 die Partizipationsgremien dazu ein, das neue Gesetz mitzugestalten. Er kündigte einen offenen Prozess an, in dem nicht über sondern mit den Migrantinnen und Migranten Schleswig-Holsteins gesprochen werden sollte.

Keinen Bereich des Lebens unbeachtet lassen

Die Gremien nahmen dies zum Anlass, sich über ihr Verständnis von Integration und Teilhabe auszutauschen und bisherige Versorgungslücken zu benennen. Herausgekommen ist ein 20 Seiten starkes Positionspapier, das Chancengleichheit und die Teilhabe aller Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen fordert. Von Kita bis Studium und Ausbildung, über Wirtschaft und Arbeitsmarkt, politisches Engagement, Wohnraumpolitik und Aktivitäten in Vereinen lassen die Gremien keinen Bereich des Lebens unbeachtet.

„Der für uns wichtigste Bereich ist natürlich die politische Partizipation. Wir brauchen dauerhafte Strukturen auf kommunaler und landesweiter Ebene. Die Arbeit der derzeit als Projekt finanzierten Servicestelle, die uns vernetzt und informiert und Arbeitsergebnisse wie dieses Positionspapier ermöglicht, systematisiert die Teilhabe der Migrantinnen und Migranten für ganz Schleswig-Holstein“, so Dursiye Aytekin, Vorsitzende des Kieler Forums. Insgesamt waren neben Kiel die Gremien aus Flensburg, Lübeck, Neumünster und Norderstedt gemeinsam mit der Servicestelle für Partizipationsgremien ein Jahr lang am Entstehungsprozess des Positionspapiers beteiligt. Das erst kürzlich konstituierte Forum des Kreises Segeberg entschied sich für die Mitunterzeichnung der Positionen.

„Für uns nun Chefsache“

Staatssekretär im Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration, Torsten Geerdts, freute sich über die umfangreichen Ausarbeitungen der Gremien und betonte: „Ich bin sehr froh über ihre Ausarbeitungen und verspreche Ihnen, dass ich es sehr aufmerksam lesen werde und wo es nur geht versuchen möchte, es umzusetzen.“ Vor allem beim Thema der Interkulturellen Öffnung, welches für die Gremien einen hohen Stellenwert hat, verriet Geerdts, dass dieses Anliegen auch in der Landesregierung hoch angesehen ist und aus diesem Grund bereits in die Verantwortung der Staatskanzlei übergegangen sei. „Interkulturelle Öffnung der Verwaltung und Institutionen ist für uns nun Chefsache“, versprach Geerdts.

Der Innenstaatssekretär möchte die Positionen der Partizipationsgremien nun auch in alle anderen relevanten Ressorts tragen, um die Anliegen der Gremien zu unterstützen.

Bei der Gestaltung des Entwurfs wollen die Partizipationsgremien weiterhin die Landesregierung genau beobachten und hoffen, viele der ihnen wichtigen Punkte im späteren Gesetz wiederzufinden. Toska Jakob von der Servicestelle lud Staatssekretär Geerdts dazu ein, die Kompetenz der Partizipationsgremien für das Gesetz zu nutzen: „Alle in dieser Runde sind jederzeit bereit, ihnen und der Landesregierung als Expertinnen und Experten im weiteren Prozess beratend zur Seite zu stehen.“

Quelle: https://herzogtum-direkt.de/index.php/2018/06/21/partizipationsgremien-schleswig-holsteins-fordern-mitsprache-bei-entwurf-von-neuem-integrations-und-teilhabegesetz/ 

 

 

Lesungen zum Diversity-Tag 2018

Dienstag, 5.6.2018 um 18 Uhr Haus der Kulturen, Parade12, 23552 Lübeck


Einladung zur 39. Sitzung des Forums für Migrantinnen und Migranten

- Neuwahl Vorstand und Rat - , Dienstag, den 30.01.2018, 18:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr, Verwaltungszentrum Mühlentor, Kronsforder Allee 2-6, Haus Trave, Großer Sitzungssaal, 7. Stock


Einladung zur 38. Sitzung des Forums für Migrantinnen und Migranten

„Integration in Lübeck“ Ausblick mit dem designierten Bürgermeister Jan Lindenau


Kandidaten beim Forum für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck

Auf der letzten öffentlichen Sitzung des Forums für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck fand eine gut besuchte Diskussionsrunde mit den Lübecker Bürgermeisterkandidaten zu den Themen "Migration, Integration und...