Rassismus und Diskriminierung stellen nach wie vor ein zentrales gesellschaftliches Problem dar. Sie führen nicht nur zu individuellem Leid, sondern behindern auch gleichberechtigte Teilhabe und die Anerkennung kultureller Vielfalt. In einer demokratischen Gesellschaft dürfen Herkunft, Name oder Hautfarbe kein Hindernis für Teilhabe sein – im Gegenteil: Vielfalt an Menschen, Sprachen und Kulturen ist eine Bereicherung.
Oft geschieht Diskriminierung unbewusst, subtil oder bleibt gesellschaftlich unbeachtet. Um dem entgegenzuwirken, ein sichtbares Zeichen gegen Rassismus zu setzen und Menschen zu würdigen, die sich für Vielfalt engagieren, hat das Forum für Migrant:innen 2021 – gefördert durch den Integrationsfonds – ein zweiteiliges Projekt umgesetzt. Es knüpfte an die Antirassismus-Initiative des Vorjahres (2020) an.
Teil 1: Kreativwettbewerb – Schüler:innen entwerfen Zeichen gegen Rassismus
Im ersten Schritt des Projekts wurden Schüler:innen dazu eingeladen, sich kreativ mit den Themen Rassismus, Diskriminierung und kulturelle Vielfalt auseinanderzusetzen. Schulen wurden aufgerufen sich mit ihren Klassen mit der Thematik zu beschäftigen und künstlerische Beiträge einzureichen – ob Skulpturen, Fotografien oder Zeichnungen. Einzige Voraussetzung: Die Werke sollten sich für die Veröffentlichung auf Postkarten eignen.
Ziel war es, jungen Menschen Raum für eigene Ausdrucksformen zu geben, unterschiedliche kulturelle Perspektiven sichtbar zu machen und ihre Stimmen zu stärken. Die drei besten Motive wurden mit je 500 € prämiert. Von den Gewinnerbeiträgen wurden jeweils 5.000 Postkarten gedruckt und verteilt – um ihre Botschaft sichtbar in die Stadtgesellschaft zu tragen. Hier finden Sie die Postkarten:
Teil 2: Entwicklung eines Siegels für Vielfalt
Aus den eingereichten Schüler:innen-Ideen entwickelte eine professionelle Werbeagentur ein Siegel, das ein klares Zeichen gegen Rassismus und für eine vielfältige Gesellschaft setzt. Dieses Siegel – oben links auf dieser Website sichtbar – wurde zentraler Bestandteil des weiteren Projektverlaufs.
In einem nächsten Schritt wurden lokale Akteur:innen (z. B. Unternehmen, Organisationen, Vereine) identifiziert, die sich durch besonderes Engagement gegen Rassismus und für Teilhabe auszeichnen. Der Vorstand des Forums und der damals bestehende Forums-Rat entwickelten in einem Workshop einen Kriterienkatalog für die Vergabe des Siegels. Das erste Siegel wurde, im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung, verliehen. Die ausgezeichnete Institution erhielt das Siegel in gedruckter und digitaler Form zur freien Nutzung – z. B. auf Webseiten, in E-Mails oder an Gebäudeeingängen. Dadurch wurde nicht nur ihr Einsatz gewürdigt, sondern auch eine größere Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert.




