In Lübeck leben etwa 65.000 Menschen mit Migrationshintergrund aus 170 verschiedenen Ländern, darunter schätzungsweise 15.000 Musliminnen und Muslime. Christen, Muslime, Juden, Buddhisten, Atheisten und viele andere Glaubensgemeinschaften leben hier zusammen. Das Forum für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck wurde im Jahr 2006 durch einen Beschluss der Bürgerschaft als offizielle Interessenvertretung der Migrantinnen und Migranten gegründet.
Der Vorstandsvorsitzende des FORUMS, Aydin Candan, der Beauftragte für Antisemitismusbekämpfung, interkulturelles und interreligiöses Zusammenleben, Spyridon Aslanidis, sowie die Vorstandsmitglieder Meltem Gürsoy, İlham Darouich und Evans Gumbe folgten gerne der Einladung zum gemeinsamen Ramadan-Iftar, das vom Stadtpräsidenten Henning Schumann, dem Bürgermeister Jan Lindenau und dem Vorsitzenden des SCHURA SH e. V., Fatih Mutlu, organisiert wurde.
Aydin Candan, selbst ein Seyyid, betonte die Bedeutung des Iftar:
“Iftar und seine soziokulturellen Traditionen wurden im Jahr 2023 auf Antrag von Aserbaidschan, Iran, der Türkei und Usbekistan in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Heute hier dabei zu sein, ist für uns eine große Freude und Ehre!”
Der neunte Monat des islamischen Kalenders ist der Ramadan, der Fastenmonat der muslimischen Welt. In diesem Jahr beginnt der Ramadan am 1. März und endet am 29. März. Während des Ramadan fasten Muslime täglich vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang. In dieser Zeit verzichten sie auf Essen und Trinken und bemühen sich um ein besonders bewusstes und moralisches Verhalten. Das Fest des Fastenbrechens (Eid-ul-Fitr) wird am 30. März 2025 gefeiert. Der Festtag beginnt traditionell mit dem gemeinschaftlichen Festtagsgebet (Eid-Gebet) in der Moschee.
Der orthodoxe Christ Spyridon Aslanidis kennt die Fastenzeit vor Ostern als eine Zeit der Reinigung, der inneren Einkehr und der Entbehrung:
“Ich freue mich sehr, heute gemeinsam mit dem Vorsitzenden hier zu sein. Wir praktizieren interreligiöses und interkulturelles Zusammenleben – wir leben, was wir predigen.” Gleichzeitig betonte er, dass dieser Moment für ihn persönlich eine besondere Bedeutung hat:
“Zur Vorbereitung auf Ostern faste ich ebenfalls – in dieser Zeit verzichte ich auf tierische Produkte sowie auf Alkohol.”
Das FORUM ist überzeugt, dass solche Veranstaltungen einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben in Deutschland leisten. Zum Sonnenuntergang standen die Speisen bereits auf dem Tisch.
Die Vertreter des FORUMS beschrieben die spirituelle Atmosphäre des Iftar mit folgenden Worten:
“Die wartenden Speisen singen Gottes Lob in ihrer stummen Sprache – bis der Moment des Fastenbrechens gekommen ist. Zunächst isst man eine ungerade Anzahl von Datteln.”
Abschließend fügten sie hinzu: “Das Iftar verbindet nicht nur Musliminnen und Muslime untereinander, sondern schlägt auch eine Brücke zu Menschen anderer Glaubensrichtungen – und auch zu jenen, die nicht glauben.”